23.12.2011 Weight Watchers – eine Erfolgsgeschichte

Jebb SA, Ahern AL, Olson AD, Aston LM, Holzapfel C, Stoll J, Amann-Gassner U, Simpson AE, Fuller NR, Pearson S, Lau NS, Mander AP, Hauner H, Caterson ID; Cambridge, UK, München und Sidney
Primary care referral to a commercial provider for weight loss treatment versus standard care: a randomised controlled trial
Lancet 2011; 378: 1485-1492
Wissenschaftlicher Hintergrund: Die ansteigende Prävalenz von Übergewicht und Adipositas erfordert effektive Maßnahmen zum Gewichtsabbau in der primärärztlichen Versorgung und auf örtlicher Ebene. Verglichen wurde die Gewichtsabnahme mit einer hausärztlichen Standardtherapie und bei einem kommerziellen Anbieter am Wohnort, zu dem der Hausarzt überwiesen hatte.
Methoden: Für diese nicht-verblindete, randomisierte, kontrollierte Studie mit Parallelgruppen wurden 772 übergewichtige und adipöse Erwachsene von Hausärzten in Australien, Deutschland und Großbritannien rekrutiert. Die Teilnehmer wurden nach einer einfachen computergenerierten Randomisierungsfolge eingeteilt.
Sie erhielten entweder eine zwölfmonatige Standardtherapie nach den nationalen Leitlinien oder eine zwölfmonatige freie Mitgliedschaft in einem kommerziellen Programm (Weight Watchers), gefolgt von weiteren zwölf Monaten Beobachtung. Der primäre Endpunkt war der Gewichtsverlauf über zwölf Monate.
Die Analysen wurden nach „Intention To Treat (last observation carried forward [LOCF] and baseline observation carried forward [BOCF])“ bei den Personen durchgeführt, die die zwölfmonatige Untersuchung abschlossen. Die Studie ist unter der Nummer ISRCTN85485463 registriert.
Ergebnisse: 377 Teilnehmer wurden dem kommerziellen Programm zugeteilt, von denen 230 (61%) über zwölf Monate zu den Visiten kamen; und 395 wurden der Standardbehandlung zugewiesen, von denen 214 (54%) die zwölfmonatige Untersuchung abschlossen.
In allen Analysen verloren die Teilnehmer am kommerziellen Programm doppelt so viel Gewicht wie die Teilnehmer der Standardtherapie-Gruppe. Die mittlere Gewichtsveränderung nach zwölf Monaten war -5,06 kg (SE 0,31) für die Personen im kommerziellen Programm.
Die Differenz der Gewichtsabnahme im kommerziellen Programm betrug -2,25 kg (0,21) im Vergleich zur Standardtherapie (adjustierter Unterschied -2,77kg, 95% CI -3,50 bis -2,03) mit LOCF; -4,06kg (0,31) vs. -1,77kg (0,19; adjustierter Unterschied -2,29kg, -2,99 bis -1,58) mit BOCF; und -6,65kg (0,43) vs. -3,26kg (0,33; adjustierter Unterschied -3,16kg, -4,23 bis -2,11) für die Teilnehmer, die die zwölfmonatige Untersuchung abschlossen. Nebenwirkungen in Bezug auf die Studienteilnahme wurden von den Teilnehmern nicht berichtet.
Interpretation: Die Überweisung durch Hausärzte an ein kommerzielles Gewichtsabnahme-Programm, zu dem regelmäßiges Wiegen, Beratung über Diät und körperliche Aktivität, Motivation und Gruppenunterstützung gehören, kann eine klinisch nützliche frühe Intervention zum Gewichtsmanagement bei übergewichtigen und adipösen Personen sein. Daher könnte das Programm im großen Rahmen angeboten werden.
Sponsoren: Weight Watchers International, mit Unterstützung des UK Medical Research Council. MRC Human Nutrition Research, Cambridge, Großbritannien.
Kommentar: In Anbetracht der Tatsache, dass sich die meisten Strategien zur Gewichtsabnahme langfristig als erfolglos erwiesen – andere mehr oder weniger invasiv sind oder Nebenwirkungen haben – scheinen Weight Watchers eine Alternative zu sein. Die nicht übermäßig hohen Kosten sollten von den Krankenkassen übernommen werden.
Rezensent: Prof. Dr. med. Hans Uwe Janka
Quelle: Diabetes-Congress-Report 6/2011
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05.04.2012











