15.07.10 Viszerale Adipositas: Neuer Index erfasst kardiovaskuläres Risiko

Ein neuer Index, unter anderem basierend auf dem viszeralen Fettgewebe, erfasst zuverlässig das individuelle kardiale und metabolische Risiko.

Viszeraler Adipositas Index – ein zuverlässiger Indikator für die Auswirkungen des viszeralen Fettgewebes auf das kardiale und metabolische Risiko

Amato M, Giordano C, Galia M, Criscimanna A, Vitabile S, Midiri M, Galluzzo A – the Alkamesy Study Group; Palermo, Italien

Visceral Adiposity Index (a reliable indicator of visceral fat function associated with cardiometabolic risk)

Diabetes Care 2010; 33: 920-922


Einleitung/Fragestellung: Ziel der Untersuchung war die Entwicklung eines individuelleren, die Auswirkungen des viszeralen Fettgewebes besser erfassenden, Score-Index unter Berücksichtigung des Geschlechts, des Hüftumfangs, des Body-Mass-Index (BMI), der Triglyzeride und des HDL-Cholesterins.

Patienten/Methoden: Der Viszerale Adipositas Index (VAI) wurde zunächst bei 315 gesunden, nicht adipösen Probanden definiert. Weiterführend wurde der VAI zu den klassischen kardialen und zerebrovaskulären Risikofaktoren bei Patienten aller Gewichtsklassen in der hausärztlichen Versorgung korreliert. Die Untersuchungen wurden mittels Magnetresonanztomographie, eines euglykämischen Hyperinsulin-Clamps und der spezifischen Laborparameter metabolischer und klinisch-relevanter Kriterien durchgeführt. Die statistische Auswertung wurde mit zwei multiplen logistischen Regressionsmethoden durchgeführt.

Ergebnisse: Bei einer Verdopplung des VAI waren alle Parameter des metabolischen Syndroms signifikant erhöht. Der VAI war unabhängig assoziiert sowohl mit kardiovaskulären Ereignissen (Odds Ratio, OR=2,45) als auch mit zerebrovaskulären Ereignissen (OR=1,63). Der VAI zeigte eine signifikante umgekehrte Beziehung zur Insulinempfindlichkeit im euglykämischen Clamp. Keine Beziehung des VAI bestand zum BMI und zum Hüftumfang.

Schlussfolgerung: Der Viszerale Adipositas Index ist ein wertvoller Indikator der Funktion des viszeralen Fettgewebes und des Ausmaßes der peripheren Insulinresistenz. Sein Anstieg über 1,0 zeigt eine eindeutige Beziehung für ein kardiovaskuläres Risiko.

Rezensent: Prof. Dr. med. Rudolf Mies

Quelle: Diabetes-congress-report-de, 15. Juli 2010

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