16.12.2011 Vildagliptin verbessert Vasodilatation bei Typ-2-Diabetes

Unter Vildagliptin erhöhte sich die endothelvermittelte Vasodilatation von Typ-2-Diabetikern, so das Ergebnis einer kleinen Studie.

Van Poppel P, Netea M, Smits P, Tack C; Nijmegen, Holland

Vildagliptin Improves Endothelium-Dependent Vasodilatation in Typ 2 Diabetes

Diabetes Care 2011; 34: 2072-2077


Einleitung/Fragestellung: Ziel der Untersuchung war die Frage, ob der DPP-4-Inhibitor Vildagliptin die endothelabhängige Vasodilatation bei Typ-2-Diabetes verbessert.

Patienten/Methoden: In die Studie eingeschlossen wurden 16 Patienten mit Typ-2-Diabetes unter oraler Therapie, im Alter von 59,8 Jahren, einem BMI (Body-Mass-Index) von 29kg/m2 und einem HbA1c von 6,7%. Die Teilnehmer erhielten für vier Wochen entweder zweimal täglich 50mg Vildagliptin oder dreimal täglich 100mg Acarbose.

Die Studie war randomisiert, doppelblind und im Cross-over-Design. Am Ende der jeweiligen Behandlung wurde die Durchblutung des Vorderarmes unter der Gabe von Acethylcholin (endothelabhängiger Vasodilatator) und von Natrium-Nitroprussid (endothelunabhängiger Vasodilatator) geprüft.

Ergebnisse: Die Infusionen mit Acethylcholin bewirkten eine dosisabhängige Steigerung der Durchblutung des Vorderarms. Dabei wurde die Injektion von Acethylcholin in drei Stufen gesteigert. Die Durchblutung war jeweils mit Vildagliptin höher (3,1±0,7, 7,9±1,1 und 12,6±1,4mL/dl/Min) als bei Patienten, die mit Acarbose behandelt wurden (2,0±0,7, 5,0±1,2 und 11,7±1,6mL/dl/Min.).

Die Behandlung mit Vildagliptin führte zu keiner vaskulären Reaktion auf Nitroprussid.

Schlussfolgerung: Eine vierwöchige Behandlung mit Vildagliptin erhöht die endothelvermittelte Vasodilatation von Typ-2-Diabetikern. Diese Beobachtung könnte vorteilhafte kardiovaskuläre Auswirkungen haben.

Kommentar: Die Untersuchungen bestätigen die für DPP-4-Hemmer und GLP-1-Analoga vermuteten vielfältigen Therapieeffekte. Ob diese ein sinnvoller therapeutischer Gewinn für die Patienten sind, wird zwar von den Pharmafirmen erwünscht, ist aber noch nicht erwiesen. Zunächst ergeben sich für die Inkretine keine kardiovaskulären Kontraindikationen, sondern eher positive Effekte.

Rezensent: Prof. Dr. med. Rudolf Mies

Quelle: Online-Archiv Diabetes-Congress-Report 6/2011

 

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