12.08.2010 Pumpentherapie verhilft zur anhaltenden HbA1c-Verbesserung

Eine Pumpentherapie hat bei hohen HbA1c-Werten klare Vorteile - insbesondere jüngere Patienten mit häufiger Selbstmessung können profitieren, so eine Auswertung von Patientenakten.

Vorhersage der glykämischen Kontrolle bei Patienten mit Typ-1-Diabetes bei Beginn einer kontinuierlichen subkutanen Insulininfusion.

Shalitin S, Gil M, Nimri R, de Vries L, Gavan MY, Phillip M; Petach Tikva, Israel

Predictors of glycaemic control in patients with type 1 Diabetes commencing continuous subcutaneous Insulin Infusion therapy

Diabet Med 2010; 27: 339–347


Fragestellung: Ziel der Studie war die Identifizierung von Variablen, welche die glykämische Kontrolle vorhersagen bei Patienten, die auf eine Pumpentherapie umgestellt werden sollen (CSII), mit dem Ziel die Patientenauswahl für diese Therapie zu verbessern.

Methodik: Es wurden Patientenakten gesichtet von 421 Personen im Alter von 2,6 bis 39,8 Jahren (Median 19,4) mit Typ-1-Diabetes, welche eine Pumpentherapie zwischen 1998?und?2007 begannen und diese für mindestens ein Jahr weiterführten. Anamnestische Details und krankheits- und therapiebezogene Variablen wurden aufgezeichnet.

Zu Beginn der Pumpentherapie lag das mittlere Alter bei 15,9±7,2 Jahren und die mittlere Diabetesdauer bei 6,4±5,8 Jahren. Die mittlere Dauer der Verwendung der Pumpe lag bei 4,1±2,1 Jahren. Eine gute glykämische Kontrolle war definiert als altersgruppenbezogener HbA1c, entsprechend der Zielwerte der amerikanischen Diabetes-Gesellschaft. Eine Verbesserung der glykämischen Kontrolle war definiert als Verringerung des HbA1c um 5% gegenüber dem Ausgangswert. Die Änderung der Raten von schweren Hypoglykämien oder einer diabetischen Ketoazidose wurden ebenfalls erfasst.

Ergebnisse: Eine Pumpentherapie führte zu einer signifikanten und anhaltenden Verringerung des HbA1c für die mittlere Dauer von sechs Jahren, ohne eine erhöhte Rate von Hypoglykämien.

Das Erreichen der HbA1c-Zielwerte war zu Beginn der Pumpentherapie signifikant assoziiert mit den folgenden Parametern: niedrigerer HbA1c (p<0,001), jüngeres Lebensalter (<12 Jahre), kürzere Diabetesdauer (p<0,001) und häufigere tägliche Glukoseselbstmessungen (SBGM) (p<0,01). Eine Verbesserung der glykämischen Kontrolle war assoziiert mit einer längeren Nutzungsdauer der Pumpe (p=0,032) und mit höheren HbA1c-Werten zu Beginn der Pumpentherapie (p<0,001).

Schlussfolgerung: Eine Umstellung von Patienten mit hohen HbA1c-Werten auf eine Pumpentherapie führte zu einer anhaltenden Verbesserung der HbA1c-Werte und einer Verbesserung der glykämischen Kontrolle. Junges Lebensalter, häufige SBGM und niedrigere HbA1c-Werte zum Zeitpunkt der Therapieeinleitung wurden als Vorhersagefaktoren für das Erreichen der glykämischen Ziele unter einer Pumpentherapie identifiziert.

Kommentar: Bei Patienten mit hohen HbA1c-Werten zeigten sich klare Vorteile einer Pumpentherapie, insbesondere bei jüngeren Patienten mit häufiger Selbstmessung.

Rezensent: Dr. med. Martin O. Weickert

Quelle: Diabetes-Congress-Report 3/2010

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