19.07.2011 Phase-II-Daten: Weiterer DPP-4-Inhibitor in der Pipeline

In einer Wirksamkeits- und Sicherheitsstudie wurde der DPP-4-Hemmer PF-734200 (Firma Pfizer) getestet, der sich derzeit in klinischer Entwicklung befindet.

Wirksamkeit und Sicherheit des DPP-4-Hemmers PF-734200 in Kombination mit Metformin bei Typ-2-Diabetes

Rosenstock J, Lewin AJ, Norwood P, Somayaji V, Nguyen TT, Teeter JG, Johnson SL, Dai H, Terra SG; Dallas, USA

Efficacy and safety of the dipeptidyl peptidase-4 inhibitor PF-734200 added to Metformin in type 2 Diabetes

Diabet Med 2011; 28: 464-469


Fragestellung: PF-734200 (Pfizer) ist ein wirksamer und selektiver oraler Dipeptidyl-Peptidase-4 (DPP-4)-Hemmer. In dieser Studie wurden Wirksamkeit und Sicherheit von PF-734200 in Dosierungen von 20 und 30mg/Tag bei Personen mit Typ-2-Diabetes untersucht, die unter einer Monotherapie mit Metformin unzureichend kontrolliert waren.

Methodik: Dies war eine plazebokontrollierte, randomisierte 12-wöchige Multizenterstudie. Personen mit Typ-2-Diabetes wurden in die Auswahl einbezogen, wenn der HbA1c-Wert im Screening zwischen 7 und 11% lag (53,0-96,7mmol/mol) und sie seit mindestens zwei Monaten eine Metformin-Monotherapie bekamen.

Personen, die Metformin und ein insulinsekretionssteigerndes Medikament oder Metformin und ein Thiazolidindion erhielten, mussten einen Screening-HbA1c zwischen 6,5 und 9,5% (47,5-80,3mmol/mol) haben, gemessen vor dem Absetzen des Insulinsekretagogons oder Thiazolidindion. Der primäre Endpunkt der Studie war eine Änderung des basalen HbA1c-Spiegels nach 12 Wochen.

Ergebnisse: Die basalen Charakteristika für die 289 zu PF-734200 oder Plazebo randomisierten Personen waren ähnlich (mittleres Alter 56,5 Jahre, mittlerer Body-Mass-Index 32,2kg/m2) und mittleres HbA1c 8,2% (66,1mmol/mol)).

In der vordefinierten Per-Protokoll-Gruppe war das mittlere HbA1c nach 12 Wochen um 0,79%-Punkte (8,6mmol/mol, 95% Konfidenzintervall -1,10 bis -0,49%-Punkte, -12,0 bis -5,4mmol/mol) bzw. 0,92%-Punkte (10,1mmol/mol; -1,23 bis -0,61, -13,4 bis -6,7mmol/mol) in der 20- und 30-mg-Gruppe reduziert, im Vergleich zu Plazebo.

Die Unterschiede zu Plazebo waren statistisch signifikant (p<0,0001), jedoch nicht die Unterschiede zwischen den 20- und 30-mg-Gruppen. In einer Intention-to-Treat-Analyse fanden sich ähnliche Ergebnisse.

Schlussfolgerung: Der HbA1c-Wert war unter beiden Dosen von PF-734200 signifikant und bedeutsam reduziert, aber eine 20-mg-Dosis scheint für Patienten mit Typ-2-Diabetes die geeignetere therapeutische Dosis zu sein, sollten diese Ergebnisse in kontrollierten Langzeitstudien bestätigt werden.

Kommentar: Die Ergebnisse dieser Studie decken sich mit Daten früherer Studien, bei denen auch bei anderen DPP-4-Hemmern keine signifikant verbesserte Wirkung mit höheren Dosierungen gefunden wurde.

Rezensent: Dr. med. Martin O. Weickert

Quelle: Diabetes-Congress-Report 3/2011

 

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