21.02.2011 Myokardiale Verfettung bewirkt systolische Dysfunktion

Myokardiale Steatosis, biventrikuläre Verformung (strain) und myokardiale Verformungs-Bildgebung bei Patienten mit Typ-2-Diabetes
Arnold CTN, Delgado V, Bertini M, van der Meer RW, Rijzewijk LJ, Ewe SH, Silbelink HM, Smit JWA, Diamant M, Rmijn JA, de Roos A, Leung DY, Lamb HJ, Bax JJ, Leiden, Holland
Myocardial steatosis and biventricular strain and strain rate imaging in patients with type 2 Diabetes mellitus
Circulation 2010; 122: 2538-2544
Hintergrund: Durch MR-Spektroskopie lässt sich der myokardiale Triglyzeridgehalt quantifizieren. Dessen Beziehung zu links- und rechtsventrikulärer myokardialer Funktion ist unbekannt.
Methoden: Es wurden insgesamt 42 männliche Patienten eingeschlossen. Ausschlusskriterien waren ein HbA1c-Wert >8,5%, bekannte kardiovaskuläre Erkrankung, Diabeteskomplikationen oder ein Blutdruck von >150/85mmHg.
Myokardischämie wurde durch das negative Ergebnis einer Dobutamin-Stressechokardiographie ausgeschlossen. Volumen von rechtem und linkem Ventrikel sowie die Ejektionsfraktion wurden kernspintomographisch quantifiziert.
Durch echokardiographische speckle-tracking-Analyse wurden die links- und rechtsventrikuläre longitudinale Gesamtverformung (strain) der freien Wand sowie die systolische und diastolische Verformungsrate (strain rate) bestimmt. Der myokardiale Triglyzeridgehalt wurde durch MR-Spektroskopie quantifiziert und unterteilt auf der Basis eines Median-Wertes von 0,76.
Ergebnisse: Das mittlere Alter betrug 59 Jahre (25. und 75. Perzentile entsprechen 54 und 62 Jahren). Die mittlere Diabetesdauer seit Diagnose betrug vier Jahre und der mittlere HbA1c-Wert war 6,2% (25. und 75. Perzentile 5,9 bzw. 6,8%).
Es wurden keine Unterschiede bezüglich der enddiastolischen und endsystolischen Volumenindices des linken bzw. rechten Ventrikels sowie der Ejektionsfraktion zwischen Patienten mit hohem (>0,76) bzw. niedrigem (<0,76) myokardialen Triglyzeridgehalt gefunden.
Allerdings zeigten Patienten mit höherem Triglyzeridgehalt eine größere Einschränkung der rechts- und linksventrikulären Verformung und Verformungsrate. Der myokardiale Triglyzeridgehalt war korreliert mit der longitudinalen Verformung von LV und RV sowie systolischer und diastolischer Verformungsrate.
Schlussfolgerungen: Ein hoher myokardialer Triglyzeridgehalt ist mit einer ausgeprägteren Einschränkung von rechts- und linksventrikulärer Funktion bei Männern mit Typ-2-Diabetes ohne Folgeerkrankungen korreliert.
Kommentar: Wie schon in zurückliegenden Veröffentlichungen (Fang et al. JACC 2003; 41:611-617 und Andersen et al., Clin Sci 2003; 105: 59-66) lässt sich auch in dieser Arbeit eine systolische Dysfunktion bei Patienten mit Typ-2-Diabetes nachweisen. Leider teilen die Autoren nicht mit, ob Patienten mit linksventrikulärer Hypertrophie, die ja durchaus ähnliche Veränderungen haben, ausgeschlossen wurden.
Rezensent: Dr. med. Florian Thienel
Quelle: Online-Archiv Diabetes-Congress-Report 1/2011
Aktuelle Ausgabe
- Themen:
• AHA 2011
• ADA 2011
• ESPE 2011
• ASN 2011
• ATTD 2012
Editorial
Herzlichen Dank!
Die Chefredaktion von Diabetes-Congress-Report verabschiedet sich von Manuel Ickrath, dem ehemaligen Geschäftsführer des Kirchheim-Verlages.
05.04.2012











