02.08.2010 Lebensstil-Intervention bringt positive psychische Effekte

Effekte einer sechsmonatigen Intervention zur Lebensstiländerung auf kardio-metabolische Risikofaktoren und die gesundheits-bezogene Lebensqualität von Frauen mit einem metabolischen Syndrom.
Oh EG, Bang SY, Hyun SS, Kim SH, Chu SH, Jeon JY, Im JA, Lee MK, Lee JE; Seoul, Südkorea
Effects of a 6-month lifestyle modification intervention on the cardiometabolic risk factors and health-related qualities of life in women with metabolic syndrome.
Metabolism (2010) 59: 1035-1043
Einführung: Obwohl die therapeutische Lebensstilmodifikation (TLM) als zentrales Element der Behandlung des metabolischen Syndroms empfohlen wird, ist wenig über die psychischen Effekte der Programme im Alltag der Patienten bekannt. Mit der vorliegenden Studie sollen die Effekte eines sechsmonatigen Programms auf die Risikofaktoren des metabolischen Syndroms und die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HrQoL) von Frauen im mittleren und höheren Alter in einer koreanischen Gemeinde untersucht werden.
Methodik: 52 Frauen (mittleres Alter 62,7±9,0 Jahre) mit einem metabolischen Syndrom wurden in drei staatlichen Gesundheitszentren rekrutiert und zufällig entweder der Interventionsgruppe (n=31) oder einer Kontrollgruppe (n=21) zugewiesen. Die Patientinnen der Interventionsgruppe nahmen an einer supervidierten TLM über sechs Monate teil.
Das Programm schloss Gesundheitskontrollen, Beratungen, Gesundheitsedukation, körperliches Training und eine Diät ein. Die metabolischen Risikofaktoren und die HrQoL wurden initial, nach drei und nach sechs Monaten zum Abschluss des Programms sowie nach weiteren sechs Monaten erfasst.
Ergebnisse: Verglichen mit der Kontrollgruppe ergab sich in der Interventionsgruppe eine signifikant größere Gewichtsreduktion (p>0,001) und ein geringerer Bauchumfang (p<0,001); diese Effekte blieben auch über sechs Monate nach der Intervention bestehen.
Bezogen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigten sich in der Interventionsgruppe signifikant größere Verbesserungen in den körperlichen Funktionen (p=0,017), in der allgemeinen Gesundheit (p=0,001), der Vitalität (p=0,008) und der seelischen Gesundheit (p=0,027). Diese Verbesserungen konnten jedoch sechs Monate nach der Intervention nicht mehr nachgewiesen werden.
Schlussfolgerung: Die Ergebnisse belegen, dass ein von Krankenschwestern geleitetes systematisches Programm auf Gemeindeebene zur Veränderung des Lebensstils eine effektive Strategie zur Behandlung von Frauen im mittleren und höheren Lebensalter mit einem metabolischen Syndrom darstellt.
Kommentar: Die Verbesserungen der metabolischen Parameter decken sich mit Ergebnissen diverser vergleichbarer Studien. Die Verbesserung der Lebensqualität zumindest nach sechs Monaten ist hier hervorzuheben. Auf der Basis der kleinen Stichprobe und des relativ unspezifischen Messinstruments (SF-36) war ein längerfristiger Effekt nicht nachweisbar. Hier wäre es zukünftig interessant, diabetesspezifische Instrumente einzusetzen.
Rezensent: Prof. Dr. rer. nat. Karin Lange
Quelle: Online-Archiv Diabetes-Congress-Report 4/2010
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