24.05.2011 Karzinomrisiko: Metformin auch bei Insulin beibehalten?

Metformin und Karzinome bei insulinbehandelten Typ-2-Diabetikern
Monami M, Colombi C, Balzi D, Dicembrini I, Giannini St, Melani C, Vitale V, Romano D, Barchielli A, Marchionni N, Rotella C, Mannucci E; Florenz, Italien
Metformin and cancer occurrence in Insulin-treated type 2 diabetic patients
Diabetes Care 2011; 34: 129-131
Einleitung/Fragestellung: Die Behandlung mit Metformin ist mit einer reduzierten Karzinom-Morbidität und -Mortalität assoziiert. Die Studie hatte zum Ziel, bei insulinbehandelten Typ-2-Diabetikern den Effekt von Metformin auf die Tumorhäufigkeit zu bestimmen.
Patienten/Methoden: Eine eingebettete Fall-Kontrollstudie mit einer Kohorte von 1.340 Typ-2-Diabetikern wurde durchgeführt. Jedem Fall wurden nach Alter, Geschlecht und Body-Mass-Index gepaarte Kontrollen aus der gleichen Kohorte zugeordnet.
Ergebnisse: In einem Beobachtungszeitraum von 75,9 Monaten (sechs Jahre) entwickelten 112 Diabetiker ein Karzinom. Sie wurden mit 370 Kontrollpersonen ohne Tumorerkrankungen verglichen. Unter den Fällen hatte ein signifikant geringerer Anteil der Personen Metformin oder Sulfonylharnstoffe erhalten.
Nach der Adjustierung für Komorbiditäten, Insulin glargin und die gesamte Insulindosis war die Behandlung mit Metformin, nicht aber mit Sulfonylharnstoff, mit einer reduzierten Krebsinzidenz assoziiert (Odds ratio [OR] mit Metformin 0,46, p=0,014; OR mit Sulfonylharnstoff 0,75, p=0,40).
Schlussfolgerung: Ein reduziertes Karzinomrisiko könnte ein weiterer relevanter Grund für die Beibehaltung von Metformin bei insulinbehandelten Patienten sein.
Rezensent: Prof. Dr. med. Rudolf Mies
Quelle: Diabetes-Congress-Report 2/2011
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