19.07.10 Kardiovaskuläres Risiko von Kindern mit übergewichtigen Eltern

Haben Mutter oder Vater einen hohen Body-Mass-Index, ist das kardiovaskuläre Risko ihrer Kinder nachweisbar erhöht. So ist das totale und viszerale kindliche Fettgewebe vermehrt.

Kardiovaskuläre Risikofaktoren bei familiären Nachkommen betreffen sowohl den mütterlichen als auch den väterlichen BMI

Labayen I, Ruiz J, Ortega F, Loit H-M, Harro J, Veidebaum T, Sjöström M; Vitoria, Spanien

Intergenerational cardiovascular disease risk factors involve both maternal and paternal BMI

Diabetes Care 2010; 33: 894-900


Einleitung/Fragestellung: Untersucht wurde der jeweilige elterliche Body-Mass-Index (BMI) in Bezug zu kardiovaskulären Risikofaktoren, die bei Nachkommen auftreten.

Patienten/Methoden: Die Untersuchungen wurden bei 940 Kindern (Alter 9,5±0,4Jahre) und bei 873 Jugendlichen (Alter 15,3±0,5Jahre) durchgeführt. Erfragt wurden die Größe und das Gewicht beider Eltern und daraus der BMI von Vater und Mutter errechnet.

Zu den kardiovaskulären Risikofaktoren gehörte das totale (mittlere Dicke von fünf Messungen der Hautfaltendicke) und abdominelle (Hüftumfang) Fettgewebe. Weiterhin wurde der Blutdruck gemessen, die Belastungsspirometrie ermittelt, die Insulinempfindlichkeit bestimmt, das Gesamtcholesterin, die Triglyzeride, das HDL-Cholesterin und das Fibrinogen wurden analysiert.

Ergebnisse: Der mütterliche sowie der väterliche BMI waren positiv assoziiert mit dem totalen und dem abdominellen Fettgewebe der Nachkommen (p<0,001). Ebenfalls bestand eine positive Beziehung des BMI der Eltern mit dem Fibrinogen-Plasmaspiegel der Kinder (p<0,02). Der BMI der Eltern korrelierte mit dem Hüftumfang und damit dem viszeralen Fettgewebe der Kinder. Keine Beziehung bestand zwischen elterlicher Adipositas des Vaters und den kardiorespiratorischen Parametern der Kinder. Dieser Bezug bestand aber bei adipösen Müttern.

Schlussfolgerung: Sowohl das mütterliche als auch das väterliche erhöhte Körpergewicht (BMI) steigern das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen ihrer nachfolgenden Kinder nachweisbar durch das erhöhte totale und das erhöhte viszerale kindliche Fettgewebe. Die mütterliche Adipositas zeigte eine verminderte kardiorespiratorische Belastbarkeit der Kinder.
Die Untersuchungen sind ein weiteres Argument für die Annahme, dass eine Adipositas der Eltern die Prädisposition für kardiovaskuläre Risikofaktoren und Ereignisse auf die Kinder übertragen kann. Wichtig wäre eine Unterscheidung zwischen genetischen, sozialen, medizinischen und metabolischen Ursachen.

Rezensent: Prof. Dr. med. Rudolf Mies

Quelle: Diabetes-congress-report-de, 19. Juli 2010


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