27.01.2011 Schützt Kaffee zum Mittagessen vor Diabetes?

Die Zeit, wann der Kaffee getrunken wird, scheint für den Einfluss auf das Diabetesrisiko wichtig zu sein: Kaffeegenuss zum Mittagessen hatte in einer Studie einen schützenden Effekt.

Unterschiedliche Effekte von Kaffee auf das Risiko für Typ-2-Diabetes in Abhängigkeit von Mahlzeiten in einer französischen Kohorte mit Frauen: die E3N/EPIC-Kohorten-Studie.

Sartorelli DS, Fagherazzi G, Balkau B, Touillaud MS, Boutron-Ruault MC, Lauzon-Guillain B, Clavel-Chapelon C, Brasilien

Differential effects of coffee on the risk of type 2 Diabetes according to meal consumption in a french cohort of women: the E3N/EPIC cohort study

Am J Clin Nutr 2010; 91: 1002-1012


Hintergrund: Kaffeegenuss ist mit einem niedrigeren Diabetesrisiko verknüpft, aber der Mechanismus, insbesondere die Beziehung zum Zeitpunkt des Kaffeetrinkens ist bislang unbekannt.

Ziel: Der Effekt von Kaffee, allgemein und in Beziehung zur begleitenden Mahlzeit, sowie von Tee, Chicoree und Koffein auf das Diabetesrisiko wurde untersucht.

Design: Diese prospektive Studie schloss 69.532 nichtdiabetische französische Frauen im Alter von 41 bis 72 Jahren der E3N/EPIC-Studie ein. Essen und Trinken wurde von 1993 bis 1995 mit validierten Fragebögen erfasst.

Ergebnisse: Im Verlauf von elf Jahren traten 1415 neue Fälle von Diabetes auf. Die Risikorate (Hazard Ratio [HR]) war in der Gruppe mit dem höchsten Kaffeekonsum [mehr als drei Tassen (375ml)/Tag] 0,73 (p<0,001) im Vergleich zur Gruppe ohne Kaffekonsum.

Diese inverse Assoziation wurde für den Kaffeegenuss zum Mittagessen beobachtet (HR 0,66) beim Vergleich mehr als 1,1 Tassen (125ml) zu keinem Kaffeegenuss. Diese inverse Assoziation wurde sowohl für normalen Kaffee wie auch für entkoffeinierten Kaffee gefunden, ebenso für Filterkaffee wie für schwarzen Kaffee, ohne Effekt des Süßens.

Der Gesamtkoffeingenuss war ebenso mit einem statistisch signifikant geringeren Diabetesrisiko assoziiert. Weder für Tee noch für Chicoree wurde ein Effekt auf das Diabetesrisiko gefunden.

Schlussfolgerung: Diese Studie unterstützt eine inverse Assoziation zwischen Kaffeegenuss und Diabetes und legt nahe, dass die Zeit, wann der Kaffee getrunken wird, eine Rolle spielt.

Kommentar: Eine der vielen Studien, die einen protektiven Effekt von Kaffee auf die Diabetesentstehung zeigen, diesmal mit besonderem Effekt des mittäglichen Kaffeetrinkens. Für Deutschland wäre der Frühstückskaffee wichtiger.

Rezensent: Prof. Dr. med. Berend Willms

Quelle: Diabetes-Congress-Report 6/2010

 

 

Jetzt bookmarken:del.icio.usMister Wongoneviewgoogle.comYahooMyWebWebnewsYiggItLinkaARENAlive.comMa.gnolia

Aktuelle Ausgabe

  • Themen:

    • AHA 2011
    • ADA 2011
    • ESPE 2011 
    • ASN 2011
    • ATTD 2012
     

Editorial

Herzlichen Dank!

Die Chefredaktion von Diabetes-Congress-Report verabschiedet sich von Manuel Ickrath, dem ehemaligen Geschäftsführer des Kirchheim-Verlages.

05.04.2012

Podcast – Fortbildung zum Anhören

Fachliteratur

Diabetes Lexikon