05.08.2010 Intima-Media-Dicke: Welcher Thrombozytenhemmer wirkt besser?

Ausgeprägterer Effekt auf die Intima-Media-Dicke: In einer prospektiven Studie schnitt der Phosphodiesterase-Inhibitor Cilostazol besser als Acetylsalicylsäure ab.

Der Phosphodiesterase-Inhibitor Cilostazol induziert bei Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 eine Reduktion arteriosklerotischer Veränderungen in der Arteria carotis – Hauptresultate der randomisierten Studie „Prävention Diabetes-assoziierter Atherosklerose durch Cilostazol“ (DAPC)

Katakami N, Kim Y-S, Kawamori R, Yamasaki Y; Osaka, Japan

The phosphodiesterase inhibitor cilostazol induces regression of carotid atherosclerosis in subjects with type 2 Diabetes mellitus. Principal results of the Diabetic Atherosclerosis Prevention by Cilostazol (DAPC) study: a randomized trial

Circulation 2010; 121: 2584-2591


Hintergrund: Thrombozytenhemmende Pharmaka sind in der Sekundärprävention der Atherosklerose bei Patienten mit Typ-2-Diabetes wirksam. Wirksamkeit und Nutzen der beiden unterschiedlich wirkenden, gegen die Thrombozytenaktivität gerichteten Medikamente Acetylsalicylsäure (ASS) und Cilostazol bezüglich der Progression der Intima-Media-Dicke (IMD) in der A. carotis ist dagegen unbekannt.

Methoden: Im Rahmen einer prospektiven, randomisierten, offenen und verblindeten Endpunktstudie in vier ostasiatischen Ländern wurde der präventive Effekt von Cilostazol und ASS auf die Progression einer Atherosklerose verglichen.

Insgesamt 329 Patienten mit Typ-2-Diabetes, bei denen der Verdacht auf eine pAVK bestand, wurden entweder der ASS- (81 bis 100 mg/d) oder Cilostazol-behandelten (100 bis 200 mg/d) Gruppe zugeteilt. Veränderungen der Intima-Media-Dicke der A. carotis communis während einer zweijährigen Beobachtungsperiode wurden als primärer Endpunkt untersucht.

Ergebnisse: Die Rückbildung der maximalen linken und rechten IMD sowie der mittleren linken und rechten IMD der A. carotis war unter Cilostazol signifikant ausgeprägter als unter ASS (-0,088±0,260 vs. 0,059±0,275mm, p<0,001; –0,042±0,274 vs. 0,045±0,216mm, p=0,003; –0,043±0,182 vs. 0,028±0,202mm, p?=0,004; sowie –0,024±0,182 vs. 0,048±0,169mm, p<0,001).

In einer bezüglich Störgrößen wie Lipidspiegel und HbA1c adjustierten Regressionsanalyse blieb die Überlegenheit der Cilostazoltherapie signifikant.

Schlussfolgerungen: Cilostazol verhinderte verglichen mit ASS wirksam die Progression der als Surrogatmarker kardiovaskulärer Ereignisse etablierten Intima-Media-Dicke bei Patienten mit Typ-2-Diabetes.

Kommentar: Nachdem auf der diesjährigen International Stroke Conference Daten präsentiert wurden, die die Überlegenheit von Cilostazol gegenüber ASS in der Sekundärprävention von Schlaganfällen suggerieren, wird in der vorliegenden Arbeit ein ausgeprägterer Effekt auf die Regression der Intima-Media-Dicke bei Patienten mit Typ-2-Diabetes demonstriert. Ob „harte Endpunkte“ wie kardiovaskuläre Mortalität und Ereignisse ebenfalls reduziert werden können, bleibt abzuwarten.

Rezensent: Dr. med. Florian Thienel

Quelle: Online-Archiv Diabetes-Congress-Report 4/2010

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