14.02.2011 Fettsäure aus der Milch mit positiven Stoffwechsel-Effekten

Zirkulierende trans-Palmitoleinsäure – eine Fettsäure, die vor allem über Milchprodukte aufgenommen wird – ist mit geringerer Insulinresistenz und Diabetesinzidenz assoziiert.

trans-Palmitoleinsäure, metabolische Risikofaktoren und Diabetesinzidenz bei erwachsenen US-Amerikanern – eine Kohortenstudie

Mozaffarian D, Cao H, King IB, Lemaitre RN, Song X, Siscovick DS, Hotamisligil GS; Boston, USA

Trans-palmitoleic acid, metabolic risk factors, and new-onset Diabetes in U.S. adults – a cohort study

Ann Intern Med 2010; 153: 1531-1556


Hintergrund: Die im Rahmen der endogenen Fettsäuresynthese produzierte Palmitoleinsäure (cis-16:1n-7) ist sowohl mit günstigen als auch ungünstigen metabolischen Effekten assoziiert, die potenziell durch verschiedene Determinanten und Gewebequellen der endogenen Produktion beeinflusst werden.

trans-Palmitoleinsäure (trans-16:1n-7) stellt eine ausschließlich exogene Quelle von 16:1n-7 dar, die nicht von der endogenen Synthese oder ihren Determinanten beeinflusst wird, was besonders informativ sein kann.

Methoden: Die Autoren untersuchten die Fragestellung, ob zirkulierende trans-Palmitoleinsäure mit einem niedrigeren metabolischen Risiko und niedrigerer Diabetes-Inzidenz unabhängig assoziiert ist. Es handelt sich um eine prospektive Kohortenstudie an 3.736 Erwachsenen in der Cardiovascular-Health-Study zwischen 1992 und 2006 in vier US-amerikanischen Gemeinden.

An Parametern wurden 1992 anthropometrische Daten, Spiegel von Phospholipidfettsäuren, Blutfetten, Entzündungsmarkern sowie Glukose/Insulin erfasst - drei Jahre zuvor die Ernährungsgewohnheiten.

Unter Einsatz multivariater statistischer Modelle wurde die Beziehung demographischer, klinischer und Lebensstilfaktoren zum Plasmaspiegel von trans-Palmitoleinsäure untersucht – daneben das Verhältnis der trans-Palmitolein-Spiegel zu metabolischen Risikofaktoren und zum Neu-Auftreten von Diabetes mellitus (304 neu aufgetretene Fälle). Die Ergebnisse wurden an einer unabhängigen Kohorte von 327 Frauen bezüglich der metabolischen Risikofaktoren validiert.

Ergebnisse: In den multivariaten Analysen war der Gesamtfettkonsum an Milchprodukten am stärksten mit höheren trans-Palmitoleinsäure-Spiegeln assoziiert. Bei höheren trans-Palmitoleinsäure-Spiegeln bestanden eine etwas geringere Adipositas, höhere HDL-Cholesterin-Spiegel (1,9% über die Quintilen; p=0,40), niedrigere Triglyzerid-Spiegel (-19,0%; p<0,001), ein niedrigerer Gesamt-Cholesterin/HDL-Cholesterin-Quotient (-4,7%; p<0,001), geringere CRP-Spiegel (-13,8%; p=0,05) und eine geringere Insulinresistenz (-16,7%; p<0,001).

Trans-Palmitoleinsäure war im Übrigen assoziiert mit einer signifikant niedrigeren Inzidenz von Diabetes mit einer Hazard Ratio von 0,41 (95% Konfidenzintervall 0,27-0,64) sowie 0,38 (Konfidenzintervall 0,24-0,62) in der 4. und 5. Quintile gegenüber der 1. Quintile (p<0,001 für den Trend).

Die Beobachtungen waren unabhängig von dem geschätzten Konsum von Milchprodukten oder anderen Biomarkern von Molkereiprodukt-assoziierten Fettsäuren. In der Validierungskohorte wurden die protektiven Effekte bezüglich der metabolischen Risikofaktoren bestätigt. Als mögliche Einschränkung nennen die Autoren die Beeinflussung der Ergebnisse durch Messfehler oder verbliebene Störfaktoren.

Schlussfolgerung: Zirkulierende trans-Palmitoleinsäure ist mit geringerer Insulinresistenz, geringerer Diabetesinzidenz sowie verminderter atherogener Dyslipidämie assoziiert. Die Ergebnisse könnten früher beobachtete günstige metabolische Effekte des Konsums von Milchprodukten erklären und unterstützen den Bedarf an weiterführenden experimentellen und klinischen Untersuchungen.

Rezensent: Dr. med. Florian Thienel

Quelle: Online-Archiv Diabetes-Congress-Report 1/2011

 

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