31.10.2011 Everolimus versus Sirolimus abgebende Stents

In einem Vergleich waren bei Diabetikern mit KHK Everolimus gegenüber Sirolimus abgebende Stents nicht unterlegen.

Randomisierter Vergleich von Everolimus-und Sirolimus-abgebenden Stents bei neu aufgetretener Koronarer Herzkrankheit bei Diabetikern - Ergebnisse der "ESSENCE-Diabetes"-Studie

Kim WJ, Lee SW, Park SW, Kim YH, Yun SC, Lee JY, Park DW, Kang SJ et al, Seoul, Süd-Korea

Randomized comparison of everolimus-eluting stent versus sirolimus-eluting stent implantation for de novo doronary artery disease in patients with Diabetes mellitus (ESSENCE-Diabetes) - results from the ESSENCE-Diabetes trial

Circulation 2011; 124: 886-892

Hintergrund: Drug-eluting Stents haben angiographische und klinische Endpunkte bei Diabetikern signifikant gegenüber Bare-metal Stents verbessert. Ein Vergleich zwischen Everolimus und Sirolimus abgebenden Stents bei Diabetikern steht aber aus. Die Autoren verglichen daher in dieser Studie die Wirksamkeit von Everolimus und Sirolimus abgebenden Stents bei Patienten mit Diabetes mellitus.

Methoden: In der prospektiven und randomisierten multizentrischen Studie wurden die Implantation von Everolimus- (n=149) und Sirolimus-Stents (n=151) bei Diabetikern verglichen. Als primärer Endpunkt wurde die Gleichwertigkeit bezüglich des angiographisch dokumentierten späten Durchmesserverlusts im dilatierten Segment nach acht Monaten festgelegt. Klinische Ereignisse wurden für mindestens zwölf Monate verfolgt.

Ergebnisse: Everolimus-Stents waren Sirolimus-Stents bezüglich des späten Durchmesserverlusts im dilatierten Segment nicht unterlegen (0,23±0,27 gegenüber 0,37±0,52mm; Differenz ?0,13mm; 95% Konfidenzintervall, KI, -0,25 bis -0,02; oberes einseitiges 95%iges Konfidenzinterval -0,04; p<0,001 für Nicht-Unterlegenheit).

Es zeigte sich eine Reduktion der Re-Stenosen im Stent (0% gegenüber 4,7%, p=0,029) und Re-Stenosen im dilatierten Segment (0,9% gegenüber 6,5%, p=0,035). Dagegen erreichte der Unterschied im späten Durchmesserverlust im Stent nicht das Signifikanzniveau (0,11±0,26 vs. 0,20±0,49mm; p=0,114).

Nach zwölf Monaten gab es keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen bezüglich Re-Interventionen an der Zielläsion aufgrund von Ischämien (0,7% vs. 2,6%; p=0,317), Tod (1,3% vs. 3,3%; p=0,448) und Myokardinfarkten (0% vs 1,3%; p=0,498). Auch der aus Tod, Myokardinfarkt und ischämiebedingter Revaskularisation der Zielläsion zusammengesetzte Endpunkt großer kardiovaskulärer Ereignisse (MACE) zeigte keinen statistischen Unterschied zwischen den Gruppen (2,0% vs. 5,3%; p=0,218).

Schlussfolgerung: Es zeigte sich keine Unterlegenheit von Everolimus gegenüber Sirolimus abgebenden Stents in Bezug auf späten Durchmesserverlust und eine verminderte angiographische Restenoserate nach acht Monaten bei KHK-Patienten mit Diabetes mellitus.

Rezensent: Dr. med. Florian Thienel

Quelle: Online-Archiv Diabetes-Congress-Report 5/2011

 

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