10.02.2011 Biomarker könnten Biopsie ersparen

Eine hochauflösende Eiweißanalyse im Urin könnte eine differenziertere, nicht-invasive Diagnostik der diabetischen Nephropathie mittels spezifischer Protein-Biomarker ermöglichen
Papale M, Di Paolo S, Magistroni R, Lamacchia O, Di Palma A, De Mattia A, Roccetti M, Furci L, Pasquali S, De Cosmo S, Cignarelli M, Gesualdo L; Foggia, Italien
Urine proteome analysis may allow noninvasive differential diagnosis of diabetic nephropathy
Diabetes Care 2010; 33: 2409-2415
Einleitung/Fragestellung: Die chronische Niereninsuffizienz sowie die Proteinurie bei Typ-2-Diabetes ist in mehr als einem Drittel der Fälle durch andersartige und nicht durch eine diabetische Nephropathie begründet. Ziel der Untersuchungen war die Suche nach einem Proteinprofil als Biomarker, das zuverlässig eine durch Nierenbiopsie gesicherte diabetische Nephropathie nachweisen und stringenter von anderen Nierenerkrankungen differenzieren kann.
Patienten/Methoden: Untersucht wurden 190 Probanden. Davon waren 20 gesunde Personen, 20 wiesen eine normale Albuminurie auf, 18 waren Diabetiker mit einer Mikroalbuminurie und bei 132 Patienten war die Niereninsuffizienz durch eine Nierenbiopsie untersucht worden.
Von den biopsierten Patienten hatten 65 eine diabetische Nephropathie, 10 Diabetiker hatten eine nicht durch den Diabetes bedingte Niereninsuffizienz und 57 Patienten ohne Diabetes wiesen eine Niereninsuffizienz auf. Für die Proteinanalyse im Urin waren 10µg Urineiweiß erforderlich. Die Untersuchungen wurden mittels der Laser-Desabsorption-Jonisations-Methode mit dem CM-Proteinchip und mit der Massenspektrometrie durchgeführt.
Ergebnisse: Das Protein-Klassifikations-Modell unterschied korrekt 75% der Patienten mit Normoalbuminurie, 87,5% der Patienten mit Mikroalbuminurie und 87,5% der Diabetiker mit diabetesspezifischer Nephropathie. Entscheidend war die richtige Differenzierung zwischen diabetischer Nephropathie und einer nicht diabetischen Niereninsuffizienz sowohl bei Diabetikern als auch Patienten ohne Diabetes.
Unter den analysierten Urinproteinen des Klassifikationsmodells waren als Biomarker für eine diabetische Nephropathie signifikant zwei Proteine wegweisend: Ubiquittin und ß-2-Mikroalbumin.
Schlussfolgerung: Die Untersuchungen weisen ein spezifisches Urinproteinmuster mit Dominanz der Biomarkerproteine Ubiquittin und ß-2-Mikroalbumin auf. Mit diesen beiden Biomarkern als Proteine im Urin lässt sich die diabetische Glomerulosklerose bei Diabetikern auch ohne invasive bioptische Methode mit hoher Spezifität nachweisen.
Rezensent: Prof. Dr. med. Rudolf Mies
Quelle: Online-Archiv Diabetes-Congress-Report 1/2011
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