05.09.2011 Phase-II-Studie: Bardoxolone Methyl bessert GFR

Bei Patienten mit Diabetes und fortgeschrittener Nierenerkrankung verbesserte eine 24-wöchige Therapie mit Bardoxolone Methyl die geschätzte GFR.

Bardoxolone Methyl und Nierenfunktion bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und chronischem Nierenversagen

Pergola PE, Raskin P, Toto RD, Meyer CJ, Huff JW, Grossman EB, Krauth M, Ruiz S, Audhya P, Christ-Schmidt H, Wittes J, Warnock DG; the BEAM Study Investigators; San Antonio, USA

Bardoxolone methyl and kidney function in CKD with type 2 Diabetes

N Engl J Med. 2011 Jun 24. [Epub ahead of print]


Hintergrund: Die chronischen Nierenerkrankung (CKD) ist mit Typ-2-Diabetes assoziiert und führt häufig zu Nierenversagen. Entzündung und oxidativer Stress tragen beide zur Krankheitsprogression bei. Bardoxolone Methyl ist ein oraler antioxidativ wirksamer Entzündungsmodulator. Kleinere Kurzzeitstudien mit dieser Substanz zeigten eine positive Wirkung bei Patienten mit CKD und Typ-2-Diabetes. Langzeitstudien gab es bisher nicht.

Methodik: In der doppeltblinden, randomisierten, plazebokontrollierten Phase-II-Studie wurden 227 Patienten mit Typ-2-Diabetes und CKD (definiert als GFR von 20-45?ml/min) pro 1,72m2 Körperoberfläche) eingeschlossen.

Im 1:1:1:1-Verhältnis wurden Plazebo oder 25mg, 75mg und 150mg Bardoxolone Methyl einmal täglich verabreicht. Primärer Endpunkt war die Veränderung der geschätzten GFR gegenüber Studienbeginn nach 24 Wochen, sekundärer Endpunkt war die GFR-Veränderung nach 52 Wochen.

Ergebnisse: Patienten, die Bardoxolone Methyl erhielten, zeigten einen signifikanten Anstieg der mittleren (+SD) GFR im Vergleich zu Plazebo nach 24 Wochen (GFR-Veränderungen in den einzelnen Gruppen von 8,2±1,5ml in der 25mg Gruppe, 11,4±1,5ml in der 75mg Gruppe, und 10,4±1,5ml in der 150mg Gruppe; p<0,001).

Diese Verbesserung der GFR war auch noch nach 52 Wochen signifikant (5,8±1,8ml, 10,5±1,8ml, und 9,3±1,9ml).

Milde, dosisabhängige Muskelkrämpfe waren die häufigste unerwünschte Nebenwirkung in der Verumgruppe. Hypomagnesiämie, leichte Anstiege von ALT (GPT) -Konzentrationen und gastrointestinale Nebenwirkungen waren bei Behandlung mit Bardoxolon Methyl häufiger.

Schlussfolgerung: Die Medikation mit Bardoxolone Methyl war nach 24 Wochen mit einer Verbesserung der geschätzten GFR bei Patienten mit fortgeschrittener Nierenschädigung und Typ-2-Diabetes assoziiert. Die Verbesserung zeigte sich auch noch nach zwei Wochen, so dass diese Ergebnisse vermuten lassen, dass Bardoxolon Methyl einen neues viel versprechendes Medikament bei Patienten mit CKD werden könnte (Funded by Reata Pharmaceuticals; BEAM ClinicalTrials.gov number, NCT00811889).

Kommentar: Die längerfristige Verbesserung der GFR bei chronischen Nierenpatienten stellt ein viel versprechendes Ergebnis dar. Bardoxolon Methyl ist ein synthetisches Triterpenoid, dass zu der Gruppe der Antioxidant inflammatory Modulators (AIM) gehört und ein potenter Induktor der Nrf2 Pathways ist. Es bleibt zu hoffen, dass Folgestudien zeigen, ob es den hohen Erwartungen gerecht werden kann.

Rezensentin: PD Dr. med. Nanette Schloot

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