11.05.2011 AGEs mit kardiovaskulären Ereignissen assoziiert

Erhöhte Spiegel von Advanced Glycation Endproducts (AGEs) waren in einer Studie mit mehr kardiovaskulären Ereignissen und erhöhter Mortalität von Typ-1-Diabetikern verbunden.

Hohe Plasmaspiegel von glykierten Endprodukten (AGEs) sind bei Typ-1-Diabetikern mit kardiovaskulären Erkrankungen und der Mortalität assoziiert – eine zwölfjährige ­Verlaufsstudie

Nin J, Jorsal A, Ferreira I, Schalkwijk C, Prins M, Parving H-H, Tarnow L, Rossing P, Stehouwer C; Maastricht, Niederlande

Higher Plasma levels of advanced glycation end products are associated with incident cardiovascular disease and all-cause mortality in type 1 Diabetes – a 12-year follow-up study

Diabetes Care 2011; 34: 442-447


Einleitung/Fragestellung: Untersucht wurde die Häufigkeit glykierter Endprodukte (AGEs) im Plasma im Zusammenhang mit kardiovaskulären Erkrankungen und der Mortalität von Typ-1-Diabetikern. Dabei sollte geklärt werden, inwieweit sich diese Zusammenhänge pathogenetisch durch eine endotheliale oder renale Funktionsstörung, chronische Entzündungen sowie arterielle Wandveränderungen erklären lassen.

Patienten/Methoden: Prospektiv wurden 169 Patienten mit einer diabetischen Nephropathie und 170 Diabetiker mit einer persistenten Normoalbuminurie untersucht. Die Patienten hatten bei Studienbeginn keine koronare Herzerkrankung. Bestimmt wurden im Blutplasma N-(Carboxylmethyl)lysin, N-(Carboxyethyl)lysin, Pentosidin und andere Biomarker zu Beginn der Untersuchung.

Es erfolgten Verlaufskontrollen mit einem mittleren Follow-up von 12,3 Jahren (Interquartilsabstand 7,6 bis 12,5).

Ergebnisse: Während des Follow-up von im Mittel 12,3 Jahren verstarben 82 Patienten (24,2%). 85 Patienten (25,1%) erlitten ein fatales (n=48) oder nichtfatales (n=53) kardiovaskuläres Ereignis.

Die Häufigkeit fataler und nichtfataler Ereignisse sowie die Mortalität nahm mit zu Studienbeginn höheren AGE-Blutplasmaspiegeln zu (Hazard Ratio [HR] 1,3, CI 1,03-1,66). Diese Beziehung war unabhängig von traditionellen kardiovaskulären Risikofaktoren, die statistisch berücksichtigt wurden (HR 1,27, CI 1,00-1,62).

Der Zusammenhang bestand auch nach der Adjustierung für Marker der renalen oder endothelialen Dysfunktion, chronischen Entzündung oder arterieller Wandveränderung.

Schlussfolgerung: Erhöhte Blutplasmaspiegel von AGEs sind verbunden mit vermehrten fatalen und nichtfatalen kardiovaskulären Ereignissen und der Mortalität von Typ-1-Diabetikern. Dies ist unabhängig von traditionellen vaskulären Risikofaktoren und verschiedenen, potenziell mit AGE-assoziierten, pathophysiologischen Mechanismen. Daher könnten AGEs zum Teil die gesteigerte kardiovaskuläre Morbidität und erhöhte Mortalität bei Typ-1-Diabetes erklären und ein spezifisches Ziel für die Behandlung dieser Patienten darstellen.

Rezensent: Prof. Dr. med. Rudolf Mies

Quelle: Diabetes-Congress-Report 2/2011

Jetzt bookmarken:del.icio.usMister Wongoneviewgoogle.comYahooMyWebWebnewsYiggItLinkaARENAlive.comMa.gnolia

Aktuelle Ausgabe

  • Themen:

    • AHA 2011
    • ADA 2011
    • ESPE 2011 
    • ASN 2011
    • ATTD 2012
     

Editorial

Herzlichen Dank!

Die Chefredaktion von Diabetes-Congress-Report verabschiedet sich von Manuel Ickrath, dem ehemaligen Geschäftsführer des Kirchheim-Verlages.

05.04.2012

Podcast – Fortbildung zum Anhören

Fachliteratur

Diabetes Lexikon